Rezension

Sieben Minuten nach Mitternacht – Patrick Ness

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Verlag: cbj

Genre: Kinder – / Jugendbuch

Preis: 9,99 € (D) 10,30 € (A)

Seiten: 224

 

Inhalt:

Jede Nacht erscheint dem kleinen Conor sieben Minuten nach Mitternacht ein Monster. Doch er hat keine Angst vor dem Monster. Viel mehr Angst hat er vor den Alpträumen die ihn jede Nacht quälen, seit seine Mutter schwer krank ist. Aber das Monster will Conor helfen. Und so erzählt es ihm 3 Geschichten. Doch die letzte muss Conor dem Monster erzählen. Die letzte Geschichte soll von seiner größten Angst handeln.

Cover:

Es gibt 2 Auflagen von diesem Buch. Ich habe hier jetzt die Filmausgabe. Diese gefällt mir um einiges besser als das ursprüngliche Cover. Es deutet so schön viel an. Der Friedhof im Hintergrund und wie Conor da bei diesem Baum schläft. Finde ich sehr gelungen. Denn all diese Elemente spielen eine Rolle in dem Buch. Einige mehr andere weniger, aber das ist im Prinzip ja egal.

Schreibstil:

Die „Erzählweise“ wechselt meiner Meinung nach sehr oft. Es gibt Sätze, ganze Seiten, die klingen als wären sie von Conor selbst geschrieben worden. Und ganz plötzlich erkenne ich im nächsten Satz den Autor beim Schreiben. Dann klang es nicht mehr wie ein kleiner Junge sondern wie ein erwachsener Mann der versucht Kindergerecht zu schreiben. War doch etwas sehr störend. Wäre das aber einheitlich gewesen, hätte das Buch einen flüssigen Schreibstil gehabt. Aber so war es eher immer etwas holprig. Viele Sätze waren sehr abgehackt. Verstehe ich irgendwo, da das Buch für „Kinder“ ab 12 Jahren gedacht ist. Die haben eventuell noch nicht so die Auffassungsgabe extrem lange Sätze zu lesen. Aber das war doch etwas sehr krass. Überhaupt weil es dann doch auch mal längere Sätze gibt, die man hätte teilen können.  Auch waren mir etwas zu wenig Beschreibungen dabei. Ich konnte mir wenig unter der Umgebung und dem Monster vorstellen. Ohne die Illustrationen hätte ich wahrscheinlich völlig im dunklen getappt.

Meine Meinung:

Ich hatte doch sehr hohe Erwartungen, jeder schwärmt von diesem Buch. Es gibt auf Amazon keine 1 Sterne Bewertung. Nur ganz wenige 2-4 Sterne Bewertungen, da erwarte ich dann schon einiges. Und ich muss direkt sagen, die Punkte die mich stören sind wahrscheinlich deswegen so gemacht weil es ab 12 Jahren ist. Denn mir persönlich geht das Buch zu wenig in die Tiefe. Ich als Leser erfahre zwar Conor hat Angst und die Alpträume plagen ihn. Aber es wird nicht wirklich beschrieben und erklärt. Es steht halt da, dass er Angst hat. Danach wird noch mit ein paar Elementen gearbeitet wie schwitzende Hände usw. aber irgendwie war mir das zu wenig. Ich habe mir ein wenig mehr erhofft. Außerdem war mir dieses Monster nicht ganz klar. Die ganze Zeit über hatte ich eine Vermutung. Aber die wurde mir nie aufgelöst. Denn ich sehe hinter diesem Monster kein wirkliches Monster sondern eine Emotion oder sogar eine Krankheit. Doch das wird nie wirklich erklärt. Hätte ich aber sehr wichtig gefunden, dass der Leser da erfährt was es nun wirklich mit dem Monster auf sich hat. Denn dann hätte man, überhaupt als jüngerer Leser noch etwas daraus lernen können. Und diese Angst von der immer wieder geredet wurde, kam bei mir nicht an. So richtig beschrieben wurde sie erst auf den letzten 2 Seiten. Außerdem ist relativ wenig Geschichte vorhanden in diesen 220 Seiten. Das Buch ist voll mit Illustrationen, die wirklich sehr gut sind, und die Schrift ist sehr groß. Finde ich jetzt nicht schlimm, da es immer noch ein Kinderbuch ist. Aber Conor konnte ich doch ganz gut verstehen. Auch wenn ich nicht so viel von seinen Gefühlen wirklich gespürt habe konnte ich seine Handlungen und Gedanken verstehen. Ich denke, dass es für mich einfach die falsche Zeit war um dieses Buch zu lesen. Die Charaktere waren für mich alle sehr oberflächlich gehalten, leider. Irgendwie habe ich mir mehr erwartet. Aber da ich denke das dieses Buch für jüngere Leser eindeutig besser ist als für mich und es auch nicht so schlecht war wie es hier rüber kommen mag bekommt es von mir:

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3 Kommentare zu „Sieben Minuten nach Mitternacht – Patrick Ness

  1. Das Monster ist ja eigentlich dieser schlimme Gedanke, den Connor hat, nämlich daß er sich Tief drinnen wünscht, daß es endlich vorbei wäre.
    Natürlich ist das nicht ganz greifbar und die Geschichten und Erlebnisse laufen nicht alle auf einen klaren Schlußgedanken hin, aber gerade das macht es für mich irgendwie glaubwürdiger.
    Ich denke, daß das Jugendliche schon verstehen können. Natürlich nicht von Anfang an. Der schlimme Gedanke ist ja eigentlich unaussprechbar.
    Ich kenne sonst kein Buch, das sich mit der Thematik befasst.

    1. Da hast du schon Recht. Aber ich denke das es doch auch einige Handlungen gibt (zb. Das in der Schule/ Cafeteria) die hätten erklärt gehört. Oder eben zumindest wirklich Begründet gehört. Denn es lesen eben Kinder und Jugendliche. Ich denke da dann wieder so: „wenn der im Buch das macht, und keiner was sagt, kann es ja nicht so falsch sein.“ UPS! Jugendliche mögen es villeicht verstehen oder erahnen. Aber ich denke „ausgesprochen“ hätte es noch eindeutig mehr Gewicht.

      1. Ich glaube, das Problem ist ja eher, daß er das macht und keine Reaktion kommt.
        Er weiß eigentlich, daß er sich alles erlauben kann, weil alle nur Mitleid mit ihm haben und gerade das macht ihn so wütend.
        Ich denke, man soll Kinder nicht unterschätzen. Die kapieren in der Regel mehr, als man ihnen zutraut. Ich seh das oft bei meinen Kindern… Da wird in einem Buch ganz klar ein Feind aufgebaut und dann erklären einem die Kleinen was ihr dazu bringt so böse zu sein. 😉
        Für mich haben die Erkenntnisse, die von den Kindern selbst kommen viel mehr Gewicht als die Sachen, die ich ihnen vorbete und die zum einen Ohr rein und zum anderen Ohr raus gehen.

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