Rezension

Das Porzellanmädchen – Max Bentow

IMG_6480 (Mobile)Verlag: Goldmann
Genre: Psychothriller
Preis: 15,00€ (D) 15,50€ (A)
Seiten: 381
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Inhalt:

Luna Moor ist eine erfolgreiche Thriller Autorin. Doch der Schein trügt. Mit 16 Jahren wurde sie verschleppt und konnte sich gerade noch so retten. 12 Jahre später kehrt sie in das Haus zurück. Luna geht freiwillig an den Ort des Grauens zurück. Sie will ihre Geschichte dort niederschreiben. In diesem Haus will sie alles verarbeiten und ihren inneren Dämon besiegen. Sehr schnell erkennt die junge Frau, dass sie erneut in einen Albtraum geraten ist. Gibt es aus diesem ein Entkommen?

Cover:

Wenn ich mir nach dem Lesen das Cover ansehe, muss ich an ein ganz bestimmtes Element in diesem Buch denken. Davor war es für mich eine Frau, die hinter ihrer Maske so einiges zu verbergen hat. Im Prinzip hat sich das nicht geändert. Aber ich denke eben auch an ein Element, das in dem Buch eine große Rolle spielt, auf das ich aber nicht Spoilern möchte. Das Cover finde ich gut gemacht, weil, die Farben sehr stimmig sind. Auch der Riss in der Haut weckt bei mir Interesse an diesem Buch. Er deutet auf die Abgründe dieser Geschichte an, in die man sich langsam begibt. Er zeigt aber auch, das die Protagonistin eine gebrochene Frau ist.

Schreibstil:

Er war echt gut. Weil ich mir die Umgebung sehr gut vorstellen konnte. In meinem Kopf konnte ich mir die Zimmer und die Einrichtung oder den Wald und die ganzen Wege wirklich gut ausmalen. Max Bentow verbringt aber eigentlich nicht viel Zeit damit, das den Lesern zu erklären. Es wird eher nebenbei mal erklärt. In Sätzen die in „normalen“ Situationen fallen. Ich gebe hier mal ein Beispiel, im Großen und Ganzen fand ich das lesen als sehr angenehm. „Nach einer halben Stunde Fußweg erkannt er die kleine Siedlung mit Einfamilienhäusern wieder, die sie im Auto passiert hatten.“ oder „Kurz bevor er zurück zur Siedlung kam, entdeckte er die Stelle im Wald, von der der Schotterweg abführte. Hier musste es sein. Er bog ab. Er erkannte eine verkrüppelte Fichte wieder, …“ – Seite 111
Es wurde also nicht 30 Seiten lang beschrieben, wie die Gegend aussieht, sondern wurde immer mal wieder kurz eingebunden. Wie man aber auch anhand dieses Beispieles merkt, sind immer mal wieder Sätze sehr abgehackt. Allerdings ist das bei anderen Sätzen, die genau so kurz sind wirklich gut. Denn da wird mit der Kürze des Satzes wirklich ausgedrückt, wie ernst die Lage ist oder erschreckend, was auch immer. Was ich hier auch noch erwähnen muss, ist das die zweite Geschichte, die hier mit einfließt, sich meiner Meinung nach auch stark von der eigentlichen unterscheidet. Also vom Schreibstil her. Es wirkt auch nicht irgendwie erzwungen oder aufgesetzt. Auch dieser ist flüssig und gut zu lesen.

Meine Meinung:

Dieser Autor hat meine Erwartungen erfüllt und sogar etwas übertroffen. Ich habe von ihm schon mal etwas gelesen. Und zwar den ersten Teil seiner „Nils-Trojan-Serie“ (Der Federmann). Damals hat mir das Buch wirklich gut gefallen. Und dadurch hatte ich eine gewisse Erwartung, aber wie gesagt, sie wurde sogar etwas übertroffen. Was ich sehr interessant fand, war diese zweite Geschichte, die mit eingearbeitet wurde. Von mir aus, hätte das Buch 100 Seiten dicker sein, aber dafür mehr von der anderen Geschichte beinhalten können. Denn mich haben beide Geschichten wirklich in ihren Bann gezogen.Das Buch war wirklich spannend unter anderem wie eben erzählt unter anderem, aber auch weil recht viel mit der Psyche der Protagonistin gespielt wird. Irgendwie logisch, ist ja ein Psychothriller. Was aber allerdings etwas schade war, ist das dies nicht so gut bei mir ankam. Ich habe zwar gemerkt, die Lage spitzt sich zu und Luna geht es immer schlechter und so, aber ihre Ängste und Gefühle kamen bei mir nicht so wirklich an. Es war ein Hauch davon da, aber der Funken hat gefehlt. Aber die Handlung war sehr logisch. In die Charaktere konnte ich mich aber recht schwer hineinversetzten. Ich bin kein Täter und ich bin keine Autorin, die mal entführt wurde und wieder dort hin zurückkehrt, um ihre Geschichte zu schreiben. Die Ängste und Handlungen konnte ich verstehen. Aber es war eben diese Hürde da. Ich hatte so gut wie nichts mit den Personen gemeinsam, daher empfand ich das hineinversetzten als schwer. Das Ende war sehr gut. Nie im Leben wäre ich darauf gekommen. Die letzten 60 Seiten habe ich weg gelesen wie nichts. Und hätte der Tag mehr als 24 Stunden oder müsste ich nicht auch noch andere Dinge tun als Lesen, hätte ich das Buch sehr wahrscheinlich an einem Tag gelesen. Ich werde von Max Bentow auf jeden Fall noch etwas lesen. Von mir bekommt dieses Buch:

4 (Custom)

Ich bedanke mich beim Verlag für das Rezensionsexemplar. Dies beeinflusst aber in keinster Weise meine Meinung!

5 Kommentare zu „Das Porzellanmädchen – Max Bentow

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